In unserer Zeit

Mehr denn je ist die Zuversicht nicht meine Heimat. Ich verzweifle an der Wirklichkeit, der ich zu entfliehen versuche. All das ist in meinem Kopf, es nistet sich ein. Gedanken kreisen umher, ohne je einen Endpunkt zu finden. Lost in universe. Es gibt keine Wirklichkeit

Der unsichtbare Feind

Wohin gehst du, wenn deine Heimat die Zuversicht war?

Es ist überall.
Es frisst sich in uns hinein
Es lässt uns nicht ruhen
Es lässt uns nicht gedeihen
Es klammert sich um unsere Seele
Es hält uns fest
Bis alles zerstört ist
Nichts wird mehr sein wie es mal war

Wird unsere Heimat die Angst sein?
Wird unsere Heimat das Misstrauen sein?
Wohin gehst du wenn deine Heimat die Zuversicht war?

jbw März 2020

Am Morgen

Am frühen Morgen, die Sonne ist soeben am Horizont erschienen, da liegt ein dichter Nebel auf dem Feld. Zart berührt er das Gras. Es ist, als ob eine weiße weiche Daunendecke darüber liegt. Es ist still. Alles erscheint wie am ersten Tag der Welt. Dann sehe ich zwei Rehe im Nebel stehen. Ihre Beine vom Nebel verschluckt, stehen sie sich gegenüber. Sie schauen sich an, ihre Köpfe ganz nah zueinander gewandt. Nur einen kleinen Moment schauen sie zu mir herüber, dann wenden sie sich wieder einander zu.