Kolumne zum Wochenende

close up photo of a letter

Post

Wenn wir heute den Briefkasten öffnen, finden wir Werbung und Briefe vom Finanzamt oder den Energieversorgern. Die sind zwar nicht gerade mit Sonnenschein und Blumen geschmückt, aber sie erinnern uns daran, dass wir uns um unsere Finanzen kümmern sollten.  Natürlich ist das völlig normal, aber manchmal fragt man sich, ob nicht auch mal ein freundlicher Gruß dabei sein könnte, wie zum Beispiel: „Das Finanzamt wünscht Ihnen Gesundheit, damit Sie noch lange fit und munter bleiben und uns weiterhin unterstützen können.“  Nun ja, das ist wohl etwas zu viel verlangt, da unsere Finanzpartner ihr Geld ja sowieso bekommen.  Letztendlich ist es wichtig, seine Verpflichtungen zu erfüllen, und so haben wir uns seit dem frühen Mittelalter auch nicht wirklich weiterentwickelt. Nur die Methoden sind heute ausgeklügelter und diffiziler geworden.

Ach, der Briefkasten – ein Ort voller Erinnerungen und Überraschungen! Wann haben Sie denn zuletzt einen persönlichen Brief bekommen? Nicht so einen von den üblichen Absendern, sondern einen echten, handgeschriebenen Brief. Für die Jüngeren unter uns: Stellt euch vor, ihr schreibt eine WhatsApp-Nachricht, druckt sie aus und steckt sie dann in einen Umschlag. Diesen bringt ihr dann zur Post, die ihn für eine kleine Gebühr zum Empfänger bringt. Das dauert meist ein paar Tage, und montags gibt es ohnehin keine Post mehr – außer von denjenigen, von denen ich ja schon erzählt habe.

Sobald der Brief abgeschickt ist, gibt es kein Zurück mehr. Man könnte natürlich nochmal anrufen oder hoffen, dass er sich verirrt, aber meistens kommt er genau dann an, wenn man ihn am wenigsten braucht – zum Beispiel, wenn man sich im Ton etwas vergriffen hat.  Daher ist es wichtig, gut zu überlegen, was man schreibt. Ich empfehle, einen handgeschriebenen Brief zunächst am Computer vorzuformulieren. Warum? Nun, das verrate ich euch gleich!

Ach, die guten alten Zeiten, als man noch mit einem edlen Parker-Füller auf handgeschöpftem Papier schrieb!  Man war stolz auf sein Werk, bis zum letzten Wort. Und dann, oh Schreck, der Füller kleckste, die Tinte lief aus – und schon war die Freude dahin.  Wer kennt das nicht?

Natürlich, heute ist es viel einfacher, am Computer zu schreiben.  Man kann schnell korrigieren und muss sich nicht so viele Gedanken um die Handschrift machen.  Und E-Mails sind natürlich viel schneller und günstiger als Briefe.  Aber mal ehrlich: Sticht so eine E-Mail wirklich aus dem ganzen Mail-Wust heraus?  Oft landen sie direkt im Papierkorb und sind dann weg – für immer.

Die digitale Welt hat natürlich auch ihre Vorteile.  Morgens aufwachen und gleich sehen, wer einem noch geschrieben hat, während man geschlafen hat.  Und um den anderen nicht zu enttäuschen, schickt man schnell eine Antwort.  Wir sind es gewohnt, bei jedem Piepsen oder Klingeln sofort nachzuschauen, wer geschrieben hat.  Aber ist das wirklich gut für uns?  Vielleicht sollten wir uns manchmal Zeit nehmen, einen Brief zu schreiben und die Freude am Schreiben wiederentdecken.

Ach, analoge Briefe!  Erinnern Sie sich noch an das aufregende Warten auf den Postboten, der in seinem VW Käfer schon von Weitem zu sehen war?  Mit seiner Uniform und Mütze strahlte er Seriosität und Verlässlichkeit aus.  Und dann endlich, nach Tagen der Sehnsucht, war der ersehnte Brief da!  Man nahm sich Zeit, ihn nicht einfach am Briefkasten aufzureißen, sondern setzte sich in Ruhe an den Schreibtisch.  Mit einem Brieföffner – er musste ja nicht unbedingt aus Sterling-Silber sein, aber es hatte schon etwas Respektvolles – öffnete man den Brief vorsichtig.  Bevor man jedoch hineinschnupperte, betrachtete man den Brief als solches: die Schrift, den Umschlag.  Vieles verriet die Stimmung des Absenders, die auf der Rückseite stand.  Einen Brief von der Liebsten zu bekommen, das war ein Gefühl, das viele junge Menschen heute nicht mehr kennen.  Den Brief aus dem sorgfältig geöffneten Umschlag zu nehmen und mit schnell schlagendem Herzen und zitternden Fingern auseinanderzufalten – einfach herrlich!  An dem Papier zu schnuppern, in der Hoffnung, den Duft der Liebsten aufzunehmen.  Jedes Wort wirkte wie Poesie.  Man hörte förmlich die Stimme des Absenders.  Immer und immer wieder las man den Brief.  Und immer wieder entdeckte man neue Facetten.

Trauen Sie sich doch mal wieder, einen handgeschriebenen Brief zu schreiben!  Es muss ja kein Liebesbrief sein.  Die Freude, eine Antwort schriftlich zu bekommen, ist – gerade in dieser WhatsApp-geprägten Zeit – unbezahlbar.  Ein Brief zeigt die Verbundenheit von Menschen, die sich mögen.

Seien Sie mutig!

Aber bleiben Sie bitte auch digital. Sonst hätten Sie diesen Text ja nicht lesen können.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche!

Kolumne zum Wochenende

Die neue Selbstverständlichkeit der Angst

Sonntag. Die Luft steht. Die Bäume rühren sich nicht. Man könnte meinen, sie hätten gelernt, dass es sicherer ist, nicht aufzufallen. Bloß kein Geräusch. Bloß kein Anlass.

Ein merkwürdiges Bild – und doch beschreibt es ziemlich genau das Lebensgefühl vieler Frauen in diesem Land.

Wer heute durch bestimmte Viertel deutscher Städte geht, weiß: Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Junge Frauen passen ihre Kleidung an. Sie wägen Blicke ab. Sie kalkulieren Wege. Nicht aus Eitelkeit, sondern aus Vorsicht. Nicht, weil sie es wollen, sondern weil sie es müssen.

Und wir tun so, als sei das normal.

Wir reden von „kultureller Vielfalt“, während sich parallel eine Kultur der Einschüchterung etabliert. Eine Haltung, die Frauen nicht als selbstbestimmte Individuen sieht, sondern als zu beaufsichtigende Wesen. Eine Moralvorstellung, die nicht überzeugen will, sondern dominieren.

Natürlich darf jeder seine Religion leben. Das ist nicht verhandelbar. Aber Religion endet dort, wo sie anderen ihre Freiheit nimmt. Wo sie ihnen vorschreibt, wie sie sich zu kleiden, zu lieben oder zu verhalten haben. Wo sie mit moralischer Überheblichkeit auftritt und Kritik sofort als Feindseligkeit brandmarkt.

Es ist kein Geheimnis, dass Teile des politischen Islam mit Demokratie, Gleichberechtigung und Religionsfreiheit auf Kriegsfuß stehen. Wer das ausspricht, gilt inzwischen schnell als „rechts“. Als intolerant. Als rückständig. Das eigentliche Problem wird damit nicht gelöst – es wird tabuisiert.

Meinungsfreiheit bröckelt nicht mit einem großen Knall. Sie erodiert leise. Durch soziale Ächtung. Durch moralischen Druck. Durch das ständige Signal: Bestimmte Fragen stellt man besser nicht.

Gleichzeitig verändern sich unsere Städte sichtbar. Wer offen religiöse Symbole trägt – Kreuz, Davidstern oder Kippa –, überlegt inzwischen zweimal, in welchem Viertel er sich bewegt. Das ist kein rechtes Narrativ, sondern Alltagserfahrung vieler Menschen.

Und nein, das hat nichts mit „Vielfalt“ zu tun. Vielfalt entsteht organisch, über Zeit, durch gegenseitige Akzeptanz. Was wir derzeit erleben, ist oft keine Integration, sondern Parallelität. Keine Bereicherung, sondern Abgrenzung.

Zehn Jahre haben gereicht, um aus falsch verstandener Toleranz eine einseitige Rücksichtnahme zu machen. Um Regeln zu relativieren, die wir uns selbst jahrzehntelang auferlegt haben. Um Kritik reflexhaft zu delegitimieren.

Ein liberales Land zeichnet sich nicht dadurch aus, dass es alles hinnimmt. Sondern dadurch, dass es seine Grundwerte verteidigt. Gleichberechtigung. Rechtsstaatlichkeit. Meinungsfreiheit. Religionsfreiheit – für alle, nicht nur für die Lautesten.

Wenn Frauen wieder lernen, sich unsichtbar zu machen, dann ist das kein Zeichen von Sensibilität. Es ist ein Alarmsignal.

Und vielleicht sollten wir endlich aufhören, so zu tun, als hörten wir es nicht.

Es ist kalt, meine Damen und Herren

Earth and sky views taken astronaut Scott Carpenter

Achtung, es friert – bitte hinlegen

Deutschland hat wieder Winter. Und damit ist der Ausnahmezustand ausgerufen. Nicht wegen Schnee oder Eis – damit käme man klar –, sondern wegen völliger administrativer, politischer und geistiger Überforderung. Temperaturen unter null reichen inzwischen aus, um Staat, Schulen, Kommunen und gesunden Menschenverstand gleichzeitig lahmzulegen.

Dabei war der Winter angekündigt. Wochen vorher. Im Kalender. Jedes Jahr. Überraschend wie ein Montag.

Natürlich wünschen wir uns Schnee. Romantisch soll er sein, bitte mit Weihnachtsmarktgefühl, Alpenillusion im Flachland und ausreichend Daunenmaterial, damit man aussieht wie ein Michelin-Männchen auf Bildungsreise. Zehn Tassen Jagertee erledigen den Rest. Realität? Unerwünscht.

Denn sobald es glatt wird, beginnt die nationale Selbstaufgabe. Menschen stürzen, Kommunen zucken mit den Schultern, Politiker erklären die Physik für problematisch. Eis ist rutschig? Klingt nach rechter Wissenschaft.

Das Streusalz ist alle. Wieder. Niemand konnte das vorhersehen. Winter kam plötzlich. Unerwartet. Fast so überraschend wie steigende Heizkosten im Januar. Wer privat kocht, hat Salz auf Vorrat. Wer öffentliche Verantwortung trägt, offenbar nicht. Vielleicht sollten wir die Rathäuser einfach von Kantinenleitern übernehmen lassen. Die kennen sich wenigstens mit Grundversorgung aus.

Berlin allerdings spielt Champions League im Versagen. Dort schützt man konsequent die Bäume – indem man Menschen fallen lässt. Streusalz auf Gehwegen? Verboten! Die Bäume könnten leiden. Stattdessen leiden jetzt Fußgänger. Prioritäten müssen sein. Der moderne Staat opfert den Bürger für das ökologische Gefühl.

Krankenhäuser laufen voll. Oberschenkelhälse brechen wie Koalitionen. Radiologen feiern, Krankenkassen rechnen, und der Beitragszahler lernt Demut. Besonders pädagogisch wertvoll war der Sturz eines ehemaligen Tagesschau-Sprechers, den nur noch seine Apple Watch retten konnte. Der Staat war beschäftigt. Danke, Silicon Valley. Danke, Berlin.

Ironie des Schicksals: Dieselbe Politik, die Tech-Konzerne sonst moralisch bekämpft, zwingt nun halb Berlin zur Apple Watch – aus purem Überlebenswillen. Der Senat als unfreiwilliger Markenbotschafter. Wirtschaftsförderung durch Eisglätte. Muss man sich auch erst mal trauen.

Dabei ist die Sache eigentlich simpel: Der Staat soll Schaden von seinen Bürgern abwenden. Punkt. Nicht „abwägen“, nicht „diskutieren“, nicht „modellieren“. Aber offenbar gilt heute: Wer fällt, hat versagt. Selbstverantwortung! Warum nicht gleich Helmpflicht für Fußgänger? Oder besser: Gehwegverbot bei Minusgraden.

Das Elend endet nicht auf der Straße. Sobald es friert, bricht auch das Bildungssystem zusammen. Schulen schließen, weil der Schulweg unzumutbar sei. Schülern traut man weder Goethe noch Schiller zu, Shakespeare schon gar nicht – aber ein bisschen Schnee ist endgültig zu viel. Wir erziehen keine Bürger mehr, sondern Wetteropfer.

Dieses Land scheitert nicht am Klima. Es scheitert an Verantwortung. Der Winter ist nicht das Problem. Das Problem ist eine Politik, die bei Frost in Deckung geht und bei Konsequenzen ausrutscht.

Deutschland rutscht nicht aus.

Deutschland lässt sich fallen.

(Ich brauche jetzt meine Blutdrucktabletten.)

Ich habe fertig.

Kinderwagen

Wenn ich so aus dem Fenster schaue, dann sehe ich viele Menschen die sich draußen im Grünen aufhalten. Kinder die dort spielen, Jugendliche die sich treffen zum Reden oder Skateboardfahren. (Hoffentlich nicht um Drogen zu verticken) Was ich auch sehe, dass sind Eltern, bzw. überwiegend junge Mütter, die ihr Kind, im Kinderwagen sitzend, spazieren gehen.

Nun wissen wir alle, dass sich zwischen den Kindern und den Eltern in den ersten Monaten und Jahren ein festes Band entwickelt. Aber ich frage mich doch, wie das überhaupt gehen soll, wenn nämlich genannte Mütter und auch Väter, während sie den Kinderwagen vor sich herschieben, in ihr Smartphone schauen. Ist es so, dass diese Elternteile zu Hause, also wenn sie mit ihrem Nachwuchs zu Hause sind, so gar keine Zeit haben den Freuden des Internets zu widmen, oder ist es so, dass der Konsum des Internets sich nahtlos beim Spazierengehen fortsetzt?

Eine besondere Situation habe ich erst vor einigen Tagen erlebt. Die Mutter schaute unentwegt, und das meine ich auch so, nämlich über mehr als 100 m ständig auf ihr Smartphone. Das Kind wedelte mit den Armen und gab auch Laute von sich, die ich sogar hier oben im Büro hören konnte. Reaktion der Mutter: keine. Nun mag es daran liegen, dass sie das Smartphone so laut gestellt hatte, dass sie ihr Kind gar nicht hören konnte, oder aber, und das nehme ich eher an: Es war ihr schlicht egal. Was lernen diese Kinder? Sehr schnell genau das, was die Wirklichkeit ist, nämlich: Hat Mama das Smartphone in der Hand, bin ich abgeschrieben, somit oft, sehr oft. 

Vielleicht mögen sie, liebe Leser das für überzogen halten, aber Eltern sollten doch wohl mit ihren Kindern in Kontakt treten wenn diese das wollen, oder? Ansonsten werden diese Kinder schnell lernen, dass Mutter oder Vater nicht ihre wichtigsten Personen sein können, da sie ja meist mit anderen Dingen beschäftigt sind. 

Gute Nacht

Wohin driften wir ?

group of people joining hands

Driften ist ne feine Sache, so lange man es unter Kontrolle behält. Sonst kann es schnell unangenehm werden und es wird ein Schaden ungeahnten Ausmaßes.

Oft sagt man, Deutschland driftet. Viele meinen, es driftet nach links. Dann gibt es Stimmen, die sagen Deutschland driftet in eine ausländerfeindliche Gesellschaft nach rechts ab. Zudem noch die Meinung Deutschland driftet wieder in eine judenfeindliche Gesellschaft ab.

Wie dem auch sei, aber politisch und gesellschaftlich sollte dieses Land nirgendwohin driften. Es ist Aufgabe der Politik, gefährliche Entwicklungen aufzuhalten, solange es noch möglich ist. Demokratie soll ja vieles aushalten müssen, das ist sicherlich richtig. Unliebsame Meinungen, ja, auch solche, die richtig weh tun, bei denen man schlucken muss, müssen wir aushalten. Der Wert einer Demokratie misst sich danach, wie sie mit Andersdenkenden umgeht.

Die Büchse der Pandora

Jahrzehntelang glaubten wir, dieses Deutschland sei gefestigt in Moral und Vernunft. Die Erfahrungen des Nationalsozialismus hätten die Deutschen wach und wachsam gemacht. Wir glaubten, die Gesellschaft wäre ein Bollwerk gegen jeden Radikalität. Weit gefehlt. Die Corona Zeit hat es uns vor Augen geführt. Die Politik bekam Lust (und leider eben auch Gelegenheit) über die Freiheit der Menschen zu bestimmen. Alles um im Namen der vermeintlichen Todesseuche Corona, Herr zu werden. Ich will, und kann hier nicht die Corona Zeit aufarbeiten, dennoch sollten wir uns erinnern. Erinnern an die Gängelei, die Bevormundung, an die moralisch erhobenen Zeigefinger. An das Menekel das an der Wand der Gesellschaft sichtbar wurde. Würden wir nicht der Wissenschaft folgen, (folgen, wieder so ein Unwort) dann würden die Liebsten von uns, die alten und die ganz jungen Menschen, sterben wie die Eintagsfliegen im Hochsommer. Ich habe immer noch das Bild vor Augen wie im Hamburger Jenisch-Park die Polizei mit einem Einsatzwagen, Jagd auf feiernde Jugendliche machte, die von ihrem Grundrecht der Versammlungsfreiheit Gebrauch machten. Ebenso die ersten Bilder aus Bergamo in Italien, die einen Treck von Militär LKW zeigten, die im Dunkeln durch die Stadt fuhren, um Hunderte von Corona Toten aus der Stadt zu bringen. Vergleichbar mit Gemälden, die den Abtransport von Pest-Toten im Mittelalter zeigen, die auf Eselskarren gestapelt aus der Stadt gefahren wurden, um der Seuche Herr zu werden.

Lust an der ungezügelten Macht

Die Politik merkte schnell, wie einfach und leicht sich Grenzen verschieben ließen. Folgsam fügte sich eine Mehrheit der Gesellschaft, den alltäglichen Mahnungen und Horrorszenarien, die vor allem der Gesundheitsminister und einige wohl mit hellseherischen Fähigkeiten versehenden Virologen verbreiteten. Sogar Podcast mit diesen angstmachenden Prognosen gab es und unendlich viele hörten sie gebannt und schalteten dabei ihr eigenes Gehirn aus. Wenn es schon so viel „Experten“ sagten, dann müsse es ja wohl auch so sein. Die Massnahmen, die die Grundrechte einschränkte wurden übrigens ohne Legitimation des Bundestages beschlossen.

Der größte Lump im ganzen Land ……..

Langsam schlich sich das Gift der Denunziation ein. Feiernde wurden bei der Polizei gemeldet. Menschen die „zu spät“ im Auto erwischt wurden, bekamen saftige Bußgelder aufgebrummt. Die Städte und Ortschaften glichen Totenstädte. Man traute sich abends kaum noch raus und Menschen mit Hunden fragten tatsächlich beim Ordnungsamt an, ob sie denn den Hund abends noch ausführen durften. Das alles ging ganz schnell. Von einer geordneten Gesellschaft glitt alles in eine totalitär regierte anmutende Gesellschaft, die mit Angst und Repression in Schach gehalten wurde. Die Folgen daraus sind noch nicht abschätzbar. Doch viele sagen sich: Das passiert mir nicht wieder. Ich bin da skeptisch.

Die moralische Keule tötet die Demokratie

Doch es gibt noch etwas, dass sich im Unguten bewegt: Die fehlende Akzeptanz der Andersdenkenden. Wer Dinge benennt, die nicht in den Kanon des linksgrünen Moralwächter passt, der wird schnell mit der Nazi Keule bedroht. Wer das Offensichtliche, wie zum Beispiel, dass Einwanderer aus muslimisch geprägten Staaten überproportional an Gewalttaten beteiligt sind, benennt, der wir zum Ausländerfeind erklärt. Nicht Fakten, sondern das moralisch nicht Akzeptierte ist das Problem. Eine frische Debattenkultur, das wünsche ich mir zurück. Ja, zurück, denn die hatten wir mal. Alles hat sich mittlerweile verschoben. Da wird wegen jeder Äußerung Übel genommen. Sofort ist man gekränkt und Politiker in den höchsten Ämtern fühlen sich beleidigt. Strafanzeigen gegen Bürger sind heute an der Tagesordnung. Das ganze gipfelt dann in einer Hausdurchsuchung. Wer eine Ministerpräsidentin als „Märchenerzählerin tituliert, der bezahlt ein saftiges Bußgeld mit Androhung von Erzwingungshaft.

Majestätsbeleidigung in einer Demokratie

Es sind Worte, es sind Demonstrationen, die das Volk hat, um gegen Regierende zu demonstrieren. Wir sind sicher weit weg von einer Diktatur, doch gibt es Züge in der Politik, die eindeutig diktatorisch sind. Die Verächtlichmachung der Politiker gehörte schon immer zum Wesen einer demokratischen Gesellschaft. Politiker der SPD fordern tatsächlich, dass die Verächtlichmachung von Politikern unter Strafe gestellt wird. Die Arbeitsministerin Bärbel Bas, wurde auf einer Versammlung von Arbeitgebern ausgelacht, weil sie offensichtlichen Unsinn erzählt hat. Statt das allerdings zuzugeben, erklärte sie nachfolgend, dass die wahren Feinde der Politik, die Unternehmer seien.

Das schleichende Gift

Wie schon erwähnt, muss die Politik, müssen die Regierenden, sich darum kümmern, dass jeder in diesem Land sicher ist. Sicher vor gewalttätigen Extremisten, die darauf aus sind unsere Gesellschaft zu Fall zu bringen. Die, die mit Verachtung auf unsere freie Gesellschaft schauen und mit einer unerträglichen Überheblichkeit auftreten. Heute ist es wieder so weit, dass Tausende durch die ehemalige Reichshauptstadt ziehen und ungeniert den Tod aller Juden fordern. Das Gift des Antisemitismus war nie weg. Die Freude es den Juden „heimzuzahlen“ ist tatsächlich in der Gesellschaft wieder „en Vogue“. Kritik an der Situation in Nahost wird gern genutzt um pauschaliert die Juden für alles verantwortlich zu machen. Ganz offen geschieht das sogar in Teilen von demokratisch gewählten Abgeordneten der Kommunen und sogar des Bundestages. Politikerdarteller aus Linkspartei posieren ganz ungeniert mit Hamas-Freunden auf Demonstrationen. Es besteht die ernstzunehmende Möglichkeit, dass jemand mit dieser antisemitischen DNA, im Jahr 2026 Bürgermeister von Berlin wird und alle finden das ganz normal.

Die Angst vor der Vergangenheit die uns einholt

Man muss nicht dieser Leier kommen, dass jüdisches Leben in Deutschland selbstverständlich sein sollte. Was sollte es denn sonst sein? Wie kann es sein, dass vor Synagogen Polizeiwachen stehen? Wie kann es sein, dass mich eine Verkäuferin in der Bäckerei, in der ich meine Brötchen Sonntags kaufe, mich sichtlich nicht bedient, weil ich einen Davidstern offen trage? Ihr verächtlicher Blick war schmerzhaft. Wie kann es sein, dass in einem Laden in Flensburg jemand ungeniert ein Schild platziert, auf dem steht, dass Juden hier nicht erwünscht sind? All das wird mit zur Schau gestellter Betroffenheit kommentiert und dann kommt wieder dieses unsägliche „Nie wieder“.

Ich habe aber immer noch Hoffnung, das die politischen Verantwortlichen und die Gesellschaft insgesamt erkennen, wo die wahren Feinde unserer Gesellschaft sind.

Jann-Bernd Webermann

25.12.2025

Liebe

brown sand love text on seashore

Liebe fordert nicht

Liebe verlangt nicht

   Liebe gibt

Liebe hält nichts zurück 

   Liebe zeigt alles offen

Liebe kennt keine Lüge 

   Liebe sagt die Wahrheit 

Liebe kennt kein Erwarten 

   Liebe hat Geduld

Liebe ist nicht erklärbar 

   Liebe ist Wunderbar

Liebe kennt keine Ungeduld 

   Liebe kann Warten 

Liebe ist nicht blind 

   Liebe sieht alles 

Liebe ist nicht nachtragend 

   Liebe verzeiht 

Liebe ist nicht starr

   Liebe wächst

Wege

dirt road through countryside

Ich trete auf den weissen Kies. Spüre unter den dünnen Sohlen meiner Sneaker die Steine wie sie langsam wegrutschen ohne das ich den Halt verliere. Auf einen Kiesweg muss man sich einlassen. Er ist lebendig, so wie der Fuss der auf ihn tritt. Er weicht nur soweit zur Seite, wie er unbedingt muss. Er schmiegt sich leicht an und gibt Halt. Es funktioniert nur, wenn man sich auf ihn einlässt. Das leise Knirschen fügt sich in die Melodie des herannahenden Frühlings an. Das Knirschen der Kiesel und der Gesang der Vögel, sie sind die wahre Sinfonie des Frühlings. Wie schwer und hart ist dagegen der Stein. Unnachgiebig und heiss ist er. Der Kiesel lässt den Regen hindurch. Der Stein wehrt den Regen ab. Der Kiesel ist der wahre Naturfreund. Jeder Schritt über den Kiesel ist anders. Kein Schritt gleicht dem anderen. Fröhlich gehe ich den Weg rauf und runter. Der Weg ist nie derselbe. 

20.02.2024

Ben

Er nahm die schwarze Leine vom Haken und rief seinen Hund. Sein Hund kam langsam angetrottet. Er war nun schon 13 Jahre alt und Ben hatte Angst vor dem Tag, an dem sein Hund nicht mehr mit ihm gehen konnte. Warum ihm gerade heute die Gedanken daran so deutlich wurden, wusste er auch nicht. Er erinnerte sich daran, wie er ihn vor fast 13 Jahren auf dem Arm nahm. Der Züchter sagte damals: Du musst warten welcher von den Welpen zu dir kommt. Der Hund sollte die Entscheidung treffen, nicht der Mensch. Damals hatte er das nicht verstanden. Heute weiss er es. Die Wege, die sie zusammen gehen können, werden kürzer. Es gibt Tage an denen er gar nicht mehr mit raus möchte. Dann muss Ben ihn locken, ihn motivieren und oft, nicht immer, geht er dann doch mit raus. 

Jetzt wo die Tage langsam länger werden und der Frühling sich seinen ersten Kampf mit dem Winter liefert, kommen auch er und sein Hund wieder mehr in die Gänge. 

Ben nimmt das Halsband und legt es ihm um seinen Hals. Dann öffnet den Karabinerhaken und verbindet die Leine mit dem Halsband. Ein Ablauf den er ohne Überlegungen macht. Die Leine die er benutzt ist genauso alt wie sein Hund. Ben hält nichts vom Horten unzähliger Leinen. Ein Hund – eine Leine, so hat er es schon mit den anderen gehalten. Wenn sein Gefährte über die Regenbrücke gehen muss, wird die Leine mit ihm gehen. 

Er zieht sich die großen, schweren Gummistiefel an. Es regnet zwar nicht, aber der Boden ist noch feucht und vom Regen der letzten Wochen durchgeweicht. Er hat die Gummistiefel mit einem guten Futter darin angezogen, so dass er keine kalten Füße bekommt. Er zieht danach seine alte Wachsjacke an, prüft ob ein paar Krümel für seinen Hund dabei hat, setzt seinen Hut auf und dann gehen beide zur Tür raus. Er überlegt, ob sie mal eine andere Runde gehen wollen, aber die Entscheidung wohin sie gehen, die überläßt er zumeist seinem Hund. Auch dafür erntet er oft Kopfschütteln, aber er kann darin nichts falsches sehen. Warum sollte er seinen Hund auf einen Weg zwingen den er nicht gehen will? Er würde sich selber ja auch nicht zwingen lassen. Als sie auf dem Weg sind, leint er seinen Hund ab. So trottet Ben seinem Hund hinterher. Der Hund bestimmt das Tempo das sie gehen, die Stops wo sein Hund Zeitung lesen muss. So nennt Ben es, wenn sein Hund anhält und schnüffelt. Ben läßt ihm die Zeit die er braucht. Zeit, die ist so wertvoll, also will er auch die Zeit mit seinem Hund so lange wie möglich verbringen. 

Auf ihren Rundgängen treffen sie oft andere Hunde und Ben muss dann schon aufpassen, weil sein Hund sich nicht mit jedem gut versteht. Dann überredet er ihn einen anderen Weg zu gehen. Er sagt sich, das er selber ja auch den Leuten, die er nicht mag, aus dem Weg geht. Was ist also falsch daran. Er kennt einige andere Hundebesitzer, die diese Konfrontation geradezu herausfordern, nur um ihren Hund zu zwingen sich ruhig zu verhalten. Ben hat das alles nie verstanden. Zwang ist etwas für ihn, das er schon immer in seinem Leben abgelehnt hat. Er lebt nun schon seit fünf Jahren allein, nachdem seine Frau gestorben ist. Ihren Tod den er bis heute nicht überwinden konnte. Seit dem Tag, ist er kein Auto mehr gefahren. Der, der seiner Frau die Vorfahrt genommen hat, ist ohne Schaden davongekommen. Einfach so, von einer Sekunde auf die andere, wird das Leben eines Menschen ausgelöscht und nur weil jemand sich auf auf einen anderen verlassen hat. Ben wischt die Gedanken an diesen schrecklichen Tag beiseite.

Ben schaut sich nach seinem Hund um. Er hat ist seinen Gedanken gefolgt, statt seinem Hund. Er ruft ihn, schaut sich um. Der Hund steht hinter ihm. Er war die ganze Zeit bei ihm. Sie gehen den Weg weiter. Er führt eine lange Strecke geradeaus an einem ehemalig begradigten Fluß vorbei. Sie haben dort Sträucher angepflanzt und den Fluß in sein ursprüngliches Bett zurückgeführt. Er muss aufpassen, dass er die Kaninchen und Hasen vor seinem Hund sieht, sonst kann es sein, dass er davon läuft. 

Er ruft seinen Hund, der sich die Leine mit etwas Widerwillen anlegen läßt. Aber er weiß auch, wenn sie über Straßen gehen, muss die Leine dran sein. Sie überqueren so die großen breite Straßen. Ben muss daran denken, dass damals, als er mit seiner Frau und dem Vorgänger von seinem jetzigen Hund spazieren ging, das Unglück geschah. 

Sie hatten den Hund frei laufen lassen und waren im Gespräch derartig vertieft, dass sie die Katze, die in großen Sprüngen davon jagte, nicht gesehen hatten. Sie hörten kurz danach nur Reifen quietschen und dann einen dumpfen Schlag. Ein Schlag der nicht zur Umgebung passte. Sie schauten sich beide um und konnten ihren Hund nicht entdecken. Sie wussten beide sofort, dass es ihr Hund war, der das Auto zum Bremsen gebracht hatte. Sie liefen durch das Gebüsch direkt zur großen Straße, ohne darauf zu achten, das das Gebüsch ein Dornengebüsch war. Auf der Straße stand ein großes Auto, so ein Geländewagen, wie ihn viele heute fahren. Ihr Hund lag ausgestreckt auf der anderen Seite der Straße. Es war wenig Verkehr gewesen, doch der Zufall hatten Hund und Auto zusammengebracht.  Er war tot. Zum Glück war er nicht äußerlich verletzt worden. Der Schlag war aber so heftig gewesen, dass er sofort tot gewesen sein musste. 

Der Fahrer des Wagens, ein älterer Herr, war total am Boden zerstört. Er entschuldigte sich tausendmal Mal. Ben sprach mit ihm, während seine Frau auf dem Boden saß und den Hund streichelte. Er war nur seinen Instinkten gefolgt und die waren ihm zum Verhängnis geworden. Nachdem Ben den Fahrer beruhigt hatte, der Fahrer wollte auf jeden Fall Schadensersatz zahlen, was Ben vehement ablehnte, ging Ben zu seiner Frau und sagte ihr, das dieser Tod für ihren Hund doch das Beste sei, was ihm hätte passieren können, Er war zwar nur zehn Jahre geworden, aber es war ihm vielleicht auch Qualen und ein herbeigeführter Tod beim Tierarzt erspart geblieben. Er sagte noch, das die meisten Hunde in ihrem Land keines natürlichen Todes starben, sonder wegen Krankheiten, zumeist Krebs, eingeschläfert werden mussten. Das alles drang aber wohl nicht zu den Ohren seiner Frau. Sie sah ihn an, aber er hatte den Eindruck als ob sie durch ihn hindurch schauen würde. 

Er zog seine Jacke aus und sie legten ihn darauf, so dass sie ihn zu zweit tragen konnten. Er war ein Collie-Mix gewesen, undefinierbar aber dabei kleiner als ein Collie und er hatte die Haare sehr kurz gehabt. Sie hoben ihn an und legten ihn auf die Jacke.Sie wunderten sich beide, wie leicht er war. Sein Körper fühlte sich noch warm an und er dachte, dass bald die Leichenstarre eintreten würden. Sie trugen ihn zwischen sich, jeder einen Ärmel in der Hand. Sie versuchten einen Weg nach Hause zu gehen, wo sie keine anderen Menschen begegnen würden. Sie legten ihren Hund in die Garage auf einen alten Gartentisch. Er holte vorher eine Plane die er darunter legte. Das war der erste Moment, an dem seine Frau seit dem Unfall, sprach. Sie fragte mit einer seltsam fremden Stimme, wozu die Plane da sein sollte. Er erklärte es ihr und dann weinte sie. So sehr, dass es ihm das Herz zusammenquetschte. Er wußte, das er sie nicht würde trösten können. 

Den Hund hatten sie damals zu ihren Eltern in den großen Garten gebracht. Der Garten war fast zweitausend Quadratmeter groß und sie fanden einen guten Platz an dem kleinen Weiher, der am Rande des Grundstücks lag. Immer wenn sie ihre Eltern besucht hatten, war ihr Hund in deren Garten und lag er am Weiher und sah den Enten beim Schwimmen zu.

Irgendwie war Ben schon über die große Straße gegangen. Er wußte nicht mehr wie, aber das war egal. Sein alter Hund trottete neben ihn her und sie gingen jetzt ein langes Stück Feldweg entlang des begradigten Teils des kleinen Flusses. Sie kamen an alten Eichen vorbei. Sie standen in einer Reihe und waren demnach nicht natürlich an diesen Stellen gewachsen. Der Größe nach schätzte er sie auf über zweihundert Jahre. Warum hatten die Menschen damals diese lange Reihe Bäume gepflanzt? 

Es war Frühjahr und die Bauern waren mit ihren großen Maschinen auf den Feldern und Äckern unterwegs um die Aussaaten einzubringen. Wie so oft, erinnerte sich Ben an die Zeiten auf dem elterlichen Hof. An die Zeiten, an dem sein Vater und sein Großvater mit Pferden arbeiten mussten. An die Zeiten, in denen die Umwelt noch nicht von Motorenlärm zugedröhnt wurde. Er erinnerte sich gerne an diese Zeiten und sein Vater war damals noch viel jünger als er heute gewesen und musste sehr schwer arbeiten. Noch in den letzten Kriegstagen hatten sie ihn und seinen Freund eingezogen. Sie gehörten zu den Kindersoldaten des Dritten Reiches. Es hatte nicht lange gedauert, da wurden sie bei Hamburg von den Engländern gefangen genommen. Er war um seine Kindheit, um sein Erwachsenwerden betrogen worden. Später als Ben so um 15 Jahre alt war, erzählte ihm sein Vater von seinen Erlebnissen. Sein Vater hatte oft Albträume. In der heutigen Zeit hätte er Hilfe bekommen können. Damals musste er nur funktionieren. Keiner fragte danach. Es war die Zeit, in der die Gesellschaft sich neu aufbauen musste. 

Die Erinnerungen an seinen Vater kamen Ben immer bei Geschehnissen, die eine Verbindung zum Leben seines Vaters hatten. So wie hier, beim Anblick von bestellten Äckern. 

Sein Hund schnüffelte und stöberte durch die Büsche und Sträucher. Er lebte in einer anderen Welt und doch gab es eine Welt die sie sich teilten. Eine Welt die nur sie beide gemeinsam hatten. Er sprach eigentlich nie mit seinem Hund. Wozu auch. Die Menschliche Sprache verstand er eh nicht und so sah der Hund ihn an und wußte was er tun sollte, oder eben auch nicht.

Er schaute über die Äcker und sah eine Schar Krähen über das Feld fliegen. Sie landeten verteilt auf dem Acker und suchten sich was zum fressen. Durch das frisch gepflügte Feld kommt ja immer einiges an Getier nach oben. Krähen sind schlau und wissen, wenn ein Trecker auf dem Feld unterwegs ist, dass dann der Tisch für sie reich gedeckt ist. 

Es fröstelte ihm leicht. Die Jacke, die sich heute morgen ausgesucht hatte, war nicht warm genug. Er schaute sich nach seinem Hund um. Entdeckte ihn in einem Gebüsch beim Schnüffeln. Seine Rute ging hin und her. Ein Zeichen, dass er wohl etwas entdeckt hatte. Ben schaute seinem Hund eine Weile zu. Dann drehte er sich um und trottete den Weg zurück. Sein Hund überholte ihn nach ein paar Minuten mit leichten Schritten und lief dann voraus. Er wusste, dass es nach Hause gehen würde und dort würde er einen Napf mit Futter vorfinden. Nach dem Fressen würde er sich neben Ben, der in seinem alten, mit Schaffell bezogenen Ledersessel saß, ans Kaminfeuer legen. Es würde dann alles ganz ruhig sein. Nur das Knistern des Feuers würden die beiden hören. Einer von ihnen würde zuerst einschlafen und sie würden erst dann wach werden, wenn das Feuer im Kamin heruntergebrannt war. Sie würden dann ins Schlafzimmer legen und sich den Träumen der Nacht hingeben. Jeder für sich und dennoch zusammen. 

21.02.24

Aphorismen

clouds and blue sky

Ist das Selbst das Ich?

Ist Schweigen Nichtsprechen?

Können ungesagte Worte aufgeschrieben werden?

Wissen die, die im Jenseits sind, um das Diesseits?

Was ist zwischen dem Diesseits und dem Jenseits?

Ist die Seele ein Teil von uns oder sind wir ein Teil von ihr?

Können wir jenseits der Wege gehen?

Gibt es jenseits der Sprache nur das Schweigen?

Wenn der Weg das Ziel ist, wie kommen wir zurück?