Es ist Herbst

Am frühen Morgen barfuß über den Rasen tanzen. 

Die kalte Luft des Septembers in die Lungen strömen lassen. 

Die Stille des Morgens beim ersten Spaziergang mit dem Hund erleben. 

Der Weg, er führt entlang am satten, in Tau gelegtem Grün, hinein ins strahlende Licht der reflektierenden Wassertropfen. 

Die Sonne findet ihren Weg durch das noch dichte Blattwerk der Bäume. 

Von Ferne rauscht das Wasser am großen Teich in die Gräben. Es ist Herbst.

Train

Er rattert und knattert auf den Schienen, der Zug zieht seine Schneisen durch die Dunkelheit, taucht in mir fremden Städten auf, entleert sich an irgendwelchen trostlosen und dreckigen Bahnhöfen wie ein Organismus um gleich wieder eine unzählige Schar an Menschen in seinen stählernen Bauch aufzunehmen, sie taumeln wie Betrunkene durch die Gänge, suchen mit wirren Blicken ihre Plätze, wuchten tonnenschwere Koffer in das Gepäckregal, als ob sie auf der Flucht wären. Sie nehmen Platz in den noch warmen Sitzen, breiten sich aus, als ob sie Tage hier verbringen wollten. Zeitungen werden hervorgeholt, sind sie erst gelesen, bleiben sie vor dem Aussteigen einfach liegen. Die nächsten Zuggäste trampeln darüber hinweg, schimpfen, um ebenfalls den ganzen Müll, den sie im Zug produzieren, gleichfalls liegen zu lassen.

So leben alle für eine kurze Zeit in einer Welt, in der sich niemand wohlfühlen kann, ist sie doch wie Meteorit auf der Flucht vor sich selbst.

Auf den namenlosen Bahnhöfen, den der Zug links und rechts von sich liegen lässt, erkennt man nichts, höchstens ein Bündel Kleider das auf einer Bank liegt. Alkohol lässt die Konturen von Menschen verschwinden.

Je näher die Provinz kommt, umso weniger Menschen sind in den Abteilen. Bis man ganz alleine ist und das Gefühl aufkommt, der Zug würde nun direkt in die Hölle fahren, Nichts bleibt von einer Orientierung, die einem täglich hilft durch das Leben zu kommen. Nur die Hoffnung, dass da ganz vorne im Zug noch ein Mensch die Kontrolle über diesen schienenglühenden Lindwurm hat. 

So hoffe ich, dass mich der Lindwurm an meinem Bahnhof noch ausspuckt, bevor er weiter in die Verdammnis fährt. Vom Bahnhof werde ich müdetaumelend mein Auto suchen. Die Welt hat mich wieder.

Das Ende des Sommers

Es ist erst August, dennoch sind die Zeichen, die das Ende des Sommers ankündigen, nicht zu übersehen. 

Sommergerste und Roggen, der Raps ohnehin, sie sind geerntet. Die Traktoren sind jetzt auf den Feldern und zerkleinern mit großen Maschinen die Stoppelreste der Felder. 

Es ist dieser Duft, eine feine Mischung von Stroh und frischer Erde. Sie kündigen von dem immer wiederkehrenden Rhythmus der Jahreszeiten. 

Wenn erst der Mais und danach die Kartoffeln und Rüben geerntet werden, dann ist der Herbst in seiner ganzen farblichen Pracht da. Die Zeit, an dem der Nebel am frühen Morgen aus den kahlen Feldern steigt.

Bevor der graue und trostlose Monat November versucht, uns die Lust am Leben zu trüben, beginnt jetzt die schönste Jahreszeit, die eigentlich keine ist:  

Die Zeit zwischen Sommer und Herbst. 

Auf all meinen Wegen

Auf all meinen Wegen,

Hat Musik mir Halt gegeben.

Konnt’ manch Tag ich nicht ertragen,

Hat sicher sie mich getragen.

Konnt’ der Menschen Worte ich nicht mehr hören,

So ließ ich mich von ihren Tönen so betören.

Konnt’ den Weg ich nicht finden,

Ließest du, meine Musik, mich nicht erblinden.

Die Musik kennt keinen falschen Ton,

Vieler Menschen Worte schon.

Doch die schönste Musik

Das ist:

Deine Worte warmer Ton,

Denn sie wissen schon,

Wie sie mein Herz erreichen,

Kein Tag soll je ohne sie verstreichen.

Sprich zu mir,

jeden Tag,

Das ist es,

was ich so mag.

Nada

Das nichtgesprochene Wort

Der abgewandte Blick

Die leeren Gedanken

Der starre Blick

Der unbenutzte Pinsel

Die karge Leinwand

Das unbenutzte Instrument

Die nichtgespielte Note

Das unbeschriebene Blatt

Der weggelegte Bleistift

Die nicht geschriebenen Geschichten

Die nicht nichtgedichteten Gedichte

Der nichtgeborene Mensch

Der nichtgestorbene Mensch

Was bleibt ist

Die Welt….

Wir entscheiden….

ob all das wird erfüllt

Nichts ist im Nichts

Nichts bleibt für immer Nichts

Nada

Nada pues nada…

Damals

Es steht kein Baum

In diesem Traum

Hernieder liegen sie

Aufstehen sie nie

Sturm geht übers Land

Nichts hält ihm Stand

Blätter stieben herbei

Alles geht entzwei

Liebe verweht

Alles zergeht

Hoffnung zerfließt

Wenn du doch bliebst

Duft deines Haar

Wie schön es doch war……

Nie vergessen

Gedanken nicht 

verblassen,

Nie vergessen 

die uns haben verlassen.

Verloren ihr Leben.

Des Lebens Glück 

war ihr nicht gegeben

Vergesst nie der Toten Mahnung 

Sagt später nicht 

Ihr hattet keine Ahnung 

Die Sonne strahlt 

zeigt uns ihre Lebenskraft 

Niemandem sonst

gebührt über uns 

die Macht.

Immer da

Die Träume der Nacht

Vergangen

Verwischt

Verweht

Die Sonne erwacht

Sehe das Licht

Etwas Neues anbricht

Sonnige Strahlen auf der Haut

Wie deine Hand darauf

Wundersame Geborgenheit –

So vertraut

Dringen wie du

Bis in mein Herz

Verbleiben dort

Gehen nimmer fort

So wohnst du dort

Halte dich

Du mein großes Glück

Jann-Bernd Webermann Juli 2019

Wütend / Fauchend

Deine kalten Hände 

Deine nassen Hände

Nach mir greifend

Über uns nur

Sterneglitzern.

Schäumend 

Versuchst

Mich zur dir

Zu ziehen. 

Abwartend 

Stehe ich 

Dir gegenüber 

Dein Brüllen

Meine Ohren. 

Am Morgen 

Verwandelt

Liegst du

Sanftes Lächeln 

Lockend flüsternd

Zu mir.

Ich gehe 

Zu dir bis

Du mich ganz 

Umschließt. 

Mein Vertrauen 

Grenzenlos 

Du trägst mich

Ich gehöre 

Zu dir. 

Du mein Meer.

Jann-B. Webermann 02. Oktober 2017

Alles

Alles träumen

Nichts versäumen

Alles geben

Nach dem Guten streben

Alles verstehen

Auf nichts bestehen

Träum vom Morgen

Ein Tag ohne Sorgen

Sonne wärmt meine Haut

Weiß nicht wie es darunter ausschaut

Ein Strahl trifft mein Herz

Ich fühle keinen Schmerz

Jann-B. Webermann 01. November 2017