Nach dem Regen

Am frühen Morgen barfuß über den nassen Rasen tanzen.

Die frische, kühle Luft in die Lungen strömen lassen. Die Stille des Morgens beim ersten Spaziergang mit dem Hund erleben. Der Weg, er führt entlang am satten in Tau gelegtem Grün hinein in das strahlende Licht der reflektierenden Wassertropfen. Die Sonne findet ihren Weg durch das dichte Blattwerk der Bäume. Von Ferne rauscht das Wasser am großen Teich in die Gräben. Der Tag kann kommen.

Abendstunden

Wenn der Tag zur Ruhe geht,

Dann sind auch die Sorgen verweht.

Nebel liegt in der Luft,

Der Wald ist voller Duft.

Still wird es rundherum,

Gedanken treiben mich nicht mehr um.

Ein Vogel ruft noch spät,

Ich frag mich wie‘s ihm geht.

Das Licht entschwindet leise,

Komm mit auf die Reise.

Die Blätter fallen von den Bäumen,

Bitte, lass mich weiter träumen.

Der Himmelsozean

Hochdroben im tiefen Ozean
Läufst du mir entgegen
Die Füsse nach unten in den Himmel gestreckt
Ein Stern zieht unten durch die Wellen des Himmels
Traurig lachend singst du ein Gedicht
Nasser Sternenstaub in deinem tropftrockenen Haar
So tauche ich hinauf aus meinem Traum

Jetzt seh ich dich neben mir
Die Welt durch dich für mich geordnet
Alles ist klar
Alles ist wahr

Mein Herz liegt in deiner Hand
Nichts außer dich brauche ich
Nicht einmal den Verstand

Jann-B. Webermann 08. Juni 2017

Das Meer

Was sind deine Gedanken wenn du an das Meer denkst?

Ich möchte dir erzählen woran ich denke:

Es ist früh am Morgen. 

Bevor ich es sehe, schmecke und rieche ich die salzige Luft die vom Meer ins Innere des Landes weht, erst viel später höre ich das Meer und denke, es ruft nach mir. Dann, wenn ich durch die hohen und langen Dünen gehe, erst dann können meine Augen das Meer sehen. 

Die Zeit des Sonnenaufgangs.

Da liegt es vor mir, das Element ohne das ich nicht existieren kann. 

Die Wellen sind an diesem Oktober Morgen besonders hoch. Ein starker Wind treibt sie an den Strand wo sie sich ganz weit auslaufen. Der Meeresschaum legt sich wie Schnee an den Strand. Hin und wieder stieben sie in der Dunkelheit einzeln weiter zu den Dünen als ob sie Schneeflocken wären. 

Ich beuge mich nach unten und nehme eine Handvoll Schaum. Ich reibe mein Gesicht und meinen Hals damit ein. Ich spüre sofort das Salzige auf der Haut. 

Bin ich jetzt eins mit dem Meer? Ein Teil von ihm? 

Die Sonne ist aufgegangen und ich gehe vom Strand zurück zu den Dünen. Ich schaue mich nicht um, denn ich verabschiede mich nicht vom Meer. Das Meer ist in mir.

Jetzt, am Ende der Dünen ist es ganz hell geworden, der Wind dort ruhiger. 

Ich höre sie noch, die Wellen. Bald, bald bin ich wieder da.

Jann-B. Webermann 30. September 2017